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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Rassismus / Vorurteile / Intoleranz
Susa1 ( Gast )
Beiträge:

15.12.2001 04:42
Rassismus - eine Krankheit! antworten
Hamburg (dpa) - UN-Generalsekretär Kofi Annan nennt Rassismus "eine Krankheit, unter der die Menschheit schon immer und überall gelitten hat".
Ausdruck des Rassismus ist die Geringschätzung von Menschen anderer Herkunft, Kultur und Hautfarbe. Ihre Diskriminierung und Unterdrückung - bis hin zur physischen Ausrottung - wurde besonders im 19. Jahrhundert ideologisch legitimiert.

Die Ideologie des Rassismus behauptet mit zweifelhaften biologisch-anthropologischen Argumenten, dass Menschen unterschiedlicher Abstammung nicht gleich seien. Daraus wird der Anspruch abgeleitet, dass die eigene Rasse den anderen überlegen ist.
Intoleranz und aggressives Verhalten gegen "Minderwertige" wurden so gefördert.

Aktueller Ausdruck von Rassismus sind ethnische Konflikte in vielen Teilen der Welt und Fremdenfeindlichkeit - auch in Deutschland, England und anderen europäischen Ländern. Inzwischen großenteils überwundene Varianten waren Kolonialismus und Sklaverei, der Holocaust sowie die Politik der Rassentrennung in Südafrika (Apartheid). Gegen die von arabischen Ländern verlangte Gleichsetzung von Zionismus (Gründungsidee des jüdischen Staates) und Rassismus wehren sich Israel und die USA vehement.

Die Vereinten Nationen bemühen sich seit ihrer Gründung um Maßnahmen zur Bekämpfung der Rassendiskriminierung. Die auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fußenden Prinzipien wurden Ende 1965 in einer Konvention festgelegt.

Quelle: Newsbote


Angaben ohne Gewähr, da menschliche Irrtümer nie völlig auszuschließen sind.
Bitte überprüfen Sie alle Angaben in eigener Verantwortung auf ihre Richtigkeit.

Susa@gedichteboard.de

Susa1 ( Gast )
Beiträge:

19.12.2001 22:34
Re: Rassismus - eine Krankheit! antworten

Ist Rassismus heilbar?


Fremdenfeindlichkeit gilt vielen Pessimisten als Übel, das zur Natur des Menschen gehört. Experimente von US-Psychologen scheinen das nun zu widerlegen: Rassismus lässt sich womöglich kurieren.

Farbige, Weiße, Asiaten - die Evolution hat Menschen hervorgebracht, die sich rein äußerlich deutlich voneinander unterscheiden. Daher erschien es bislang vielen Forschern als naturgegeben, dass der Mensch andere Personen automatisch einer "Rasse" zuordnet und gegebenenfalls als fremd einstuft. Die Abstammung ist dieser Theorie zufolge neben dem Alter und dem Geschlecht das dritte wesentliche Merkmal, das unser unterbewusstes Urteil über andere Menschen bestimmt.

Psychologen von der University of California in Santa Barbara haben jetzt in Versuchen mit Freiwilligen gezeigt, dass diese Einstufung nach der Rasse keineswegs angeboren ist. Nach Ansicht der Wissenschaftler um Robert Kurzban tendiert der Mensch viel eher dazu, Fremde anhand charakteristischer Merkmale bestimmten Gruppen, so genannten Koalitionen, zuzuordnen. Die Rasse wäre demnach nur eine von vielen solcher Eigenschaften.

Dieses Merkmal Rasse lässt sich, wie die Forscher in den "Proceedings of the National Academy of Science" schreiben, erstaunlich leicht durch andere Eigenschaften wie etwa die Farbe eines Trikots in den Hintergrund drängen. Die Ergebnisse sind Kurzban und Kollegen zufolge Grund zur Hoffnung, dass sich Fremdenfeindlichkeit prinzipiell durch gesellschaftliche Veränderungen ausmerzen lässt - etwa indem Vorstellungen bekämpft werden, nach denen sich Merkmale wie die Hautfarbe bestimmten sozialen Gruppen zuordnen lassen.

Um zu prüfen, wie stark die Tendenz ist, Menschen nach ihrer Rasse zu beurteilen, wurden die Probanden zwei Erinnerungstests unterzogen. Zunächst zeigten ihnen die Wissenschaftler Fotos von acht Männern teils unterschiedlicher Rassen. Zu jeder Person gehörte ein Satz wie "Nein, ihr habt den Streit begonnen", der sie einer von zwei Koalitionen zuordnete - etwa einer freundlichen und einer feindseligen Gruppe. Später mussten die Teilnehmer versuchen, die Sätze wieder mit den richtigen Gesichtern in Verbindung zu bringen.

Bei derartigen Experimenten vertauschen die Testpersonen in der Regel leicht die Sätze von Mitgliedern einer bestimmten Gruppe. Offen war in diesem Fall jedoch, ob die Probanden die acht Männer unterbewusst eher anhand ihrer Rasse oder ihrer Äußerungen einer Gruppe zuordnen würden. Es stellte sich heraus, dass die Versuchsteilnehmer die Sätze vor allem innerhalb der beiden Konfliktparteien vertauschten, die sich durch die Art der Äußerungen bilden ließen. Die Sätze von Personen gleicher Rasse wurden hingegen weniger häufig verwechselt.

Wie die Wissenschaftler folgern, ist demnach die Rasse als Unterscheidungsmerkmal kaum von Bedeutung. Das bestätigte mit noch größerer Deutlichkeit das zweite Experiment: Dabei trugen auf den Fotos jene Personen, die sich anhand ihrer Sätze einer bestimmten Koalition zuordnen ließen, auch gleiche Trikots. In diesem Falle unterliefen den Probanden noch mehr Verwechslungen innerhalb dieser Gruppen; dagegen waren die Fehler innerhalb der aus Rassen gebildeten Gruppen noch seltener.

Nach Ansicht der Psychologen zeigen die Versuche, dass der Mensch von Natur aus in der Lage ist, schnell die Gruppenzugehörigkeit einer Person zu erkennen. Ebenso nimmt er in Sekundenbruchteilen das Geschlecht oder Alter seines Gegenüber war. Dieses Verhalten war für Urmenschen überlebenswichtig, um Freunde von feindlichen Gruppen unterscheiden zu können. Die Rasse dagegen ist den Forschern zufolge nur eines von vielen Merkmalen, das im evolutionsbiologischen Sinne nicht relevant gewesen ist - schließlich bekamen die kleinräumig lebenden Urmenschen vermutlich nur selten Individuen anderer Rassen zu Gesicht.


Von Tim Schröder
© SPIEGEL ONLINE 2001



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